Faszinierende Ausflüge in die Alpenwelt mit dem Tierfilmer Levi Fitze
Rund 45 Mitglieder und Gäste besuchten am Freitag, 30. Oktober 2026 die Jubiläums-HV in der Buchmüllerstube. Nach den ordentlichen Traktanden kamen sie in den Genuss eines feinen Nachtessens sowie anschliessend einer faszinierenden Multimedia-Präsentation des Tierfotografen Levi Fitze.
Zu Beginn der historischen Versammlung erhob Präsident Andi Gattiker das Glas und stiess mit allen Anwesenden auf den 100. Geburtstag an. Und er würdigte die grosse Arbeit der Pioniere, welche nach langer Vorarbeit 1926 die Nestweiher-Gesellschaft aus der Taufe hoben.
Speziell begrüsste er Fredi Hächler, den Autor der Geschichte des Nestweihers, die auf nestweiher.ch nachzulesen ist. Eine Kurzfassung in Form einer handlichen Broschüre wird allen Mitgliedern vor Weihnachten zusammen mit einem Geschenk zugesandt und kann auch weiteren Interessierten zugestellt werden.
Tragische Folge des Klimawandels
In seinem Jahresbericht erinnerte der Präsident an das unfassbare Ereignis mit den 1000 toten Fischen, die von der Feuerwehr entsorgt werden mussten, weil sie aufgrund von Sauerstoffmangel als Folge der hohen Wassertemperaturen bei der Hitzewelle über Nacht zugrunde gingen. Die Auswirkungen der Klimaveränderung müssten wir einerseits leider akzeptieren, andererseits müssten geeignete Massnahmen ergriffen werden. Speziell würdigte er den Einsatz der Feuerwehr sowie eine private Initiative: ein Unternehmer, der kurzfristig eine neuartige, auf Nanotechnologie beruhende Methode zur Sauerstoff-Anreicherung des Wassers einsetzte, womit der Schaden in Grenzen gehalten werden konnte.
Das Vorstandsteam dürfe auf einen aussergewöhnlichen Erfahrungsschatz zählen, mit total fast 100 Jahren Erfahrung.
Der Verein steht momentan finanziell auf sicheren Beinen. Dies aufgrund einer namhaften Spende von Fr. 40'000 von der in Auflösung begriffenen Voliere-Gesellschaft. Trotz der momentan hervorragenden Finanzlage könnte sich ein weiterer Rückgang der Mitgliederzahlen mittel- und längerfristig zu einem strukturellen Defizit entwickeln. So können die stetig zunehmenden Kosten für u.a. Futter, Unterhalt und Strom durch die ordentlichen Einnahmen nicht gedeckt werden , trotz der Subventionen der Stadt St. Gallen.
Der Mitgliederbestand ging erneut leicht zurück, was mit der Überalterung des Vereins zusammenhängt.
Lebhafte Diskussion
Die allgemeine Umfrage wurde rege benützt. So wurde angeregt, eine Erhöhung des bescheidenen Mitgliederbeitrags von Fr. 10 zu prüfen. Der Präsident erinnerte daran, dass die meisten Mitglieder ihren Beitrag freiwillig erhöhen, weshalb die Spendenerträge fast doppelt so hoch sind wie die Mitgliederbeiträge.
Zu einer weiteren Anregung aus der Versammlung, den Springbrunnen durchgehend Tag und Nacht zu betreiben, um das Wasser mit mehr Sauerstoff zu versorgen, sagte der Präsident, dass dies bereits heute weitgehend der Fall sei, ausser in den Nachtstunden, dies aus Rücksicht auf die Anwohner wegen der Lärmimmissionen.
Eher humoristisch gemeint war der Vorschlag, künftig an der HV jeweils ein Fischessen mit den Fischen aus dem eigenen Weiher zu veranstalten, um Kosten zu sparen und gleichzeitig den Weiher zu entlasten. Leider eigneten sich die hier lebenden Fische nicht zum Verzehr, sagte der Präsident. Zudem habe sich das Problem der Überpopulation vorläufig entspannt.
Christian Müller, Präsident der Volieregesellschaft, präzisierte aus fachlicher Sicht, dass der Fischbestand keinen Einfluss auf die Wasserqualität habe. Entscheidend sei der Zulauf von genügend Frischwasser. Leider sei dies mittelfristig nicht mehr gewährleistet, es müssten Massnahmen ergriffen werden. Der Zulauf von Oberhofstetten sei nur noch ein Rinnsal, jener der Quelle Watt noch weniger ergiebig.
Die HV hätte aus Anlass des Jubiläums ursprünglich in der Aula des neuen Schulhauses stattfinden sollen; aufgrund der fehlenden Infrastruktur (Geschirr, Kaffeemaschine etc.) und der Raumverhältnisse sei darauf verzichtet worden. Als Geste der Dankbarkeit gegenüber der Kirche, welche die Buchmüllerstube jeweils kostenlos zur Verfügung stellt, überreichte Andi Gattiker stellvertretend der Vertreterin der Kirche ein von Levi Fitze gestiftetes Printfoto mit einem Tiersujet in den Alpen.
Faszinierende Natur- und Tierbilder aus den Alpen
Bereits vor drei Jahren begeisterte der talentierte junge Fotograf und Filmer Levi Fitze (damals erst 19 Jahre alt) die Mitglieder mit seinen Berichten und Filmen aus den Alpen. Drei Jahre später, um viel Material und viele Erfahrungen reicher, konnte er das Publikum erneut im Nu für sich gewinnen. Seine Mission ist, die Tiere in ihrer Lebenswelt mit viel Respekt zu zeigen und immer wieder auch auf die Bedrohung ihres Lebensraums durch Klimawandel und ausufernden Tourismus hinzuweisen. Mit einem Riesenapplaus wurde sein Auftritt verdankt.
Vom jungen Künstler wird bald noch viel zu lesen und zu sehen sein. So tourt er anfangs Jahr durch die Schweiz und besucht im Rahmen der Explora-Vortragsreihe insgesamt 13 Städte und grössere Ortschaften, wo er seine Multimediaschau präsentiert. Und gegen Ende nächsten Jahres ist in den Kinos sein Film "Die wilden Hühner" zu sehen, wo seine Spurensuche nach den den seltenen Raufusshühnern im Alpenraum auf der Leinwand und später auch im Fernsehen dokumentiert wird.
Hier geht es zur Homepage von Levi Fitze. In seinem Webshop kann auch sein erster Bildband mit den faszinierendsten Fotos aus seinem Schaffen erworben werden.